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§   D I E   U T R E C H T E R   S T A A T E N J A C H T

Der Bau der Utrechter Staatenjacht war ein Schulungs- und Arbeitsbeschaffungs-projekt. Nach einer langen Vorbereitungszeit konnte das Schiff am 17. Dezember 1997 auf Kiel gelegt werden. Man entschied sich für die historische Rekonstruktion eines Schiffes aus dem Jahr 1746, von dem das Maritiem Museum in Rotterdam eine Zeichnung besitzt.

Staatenjachten waren offizielle Fahrzeuge, die der Beförderung höhergestellter Personen vorbehalten waren. Später benutzte man sie auch in der Freizeitschiffahrt. Es handelte sich um reichverzierte Schiffe, die den Stand ihrer Eigentümer betonen sollten.
Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Jacht (jagen = schnell auf dem Wasser fahren) besagt, daß es Schiffe waren, die gut segelten. Die Schiffsform war zeitgenössischen Kriegsschiffen nachgebildet. Mit einem geringeren Tiefgang, Seitenschwertern und einer Takelage, die längsschiffs angebracht war, konnten diese Schiffe gut in den Binnengewässern segeln. 1660 schenkte der Bürgermeister von Amsterdam König Karl II von England eine solche Staatenjacht. Damit wurde dieser Schiffstyp in England eingeführt, und das bedeutete den Beginn des Jachtsegelns in England. Danach wurden auch dort zahlreiche Schiffe dieses Typs gebaut, jedoch mit englischen Merkmalen. 

Die Einteilung des Schiffs sah wie folgt aus: Vorn der Ankerraum mit den Kojen der Besatzung, dahinter die Kombüse mit Abfüllstelle und daran grenzend die "große Kammer", eingerichtet mit Sitzbänken oder Betten längsschiffs, beleuchtet durch einen mit Fenstern versehenen Aufbau auf dem Deck, der sogenannten Laterne. Im hinteren Teil des Schiffs befand sich die Kapitänskajüte, von der aus man über eine Treppe in eine prächtig ausgestattete Unterkunft für die Gäste auf dem Achterdeck gelangte, der Pavillon genannt.

Die Takelage bestand zu Beginn aus Sprietsegeln, später aus einer Gaffeltakelung ohne Giekbaum, wobei bei raumem Wind ein zusätzliches quadratisches Toppsegel gehißt werden konnte. Als Vorsegel führte man eine Stagfock, und auf dem Klüverbaum konnte zusätzlich ein Klüver aufgezogen werden. Wenn das Großsegel eingeholt werden mußte, holte man meistens nicht die schwere Gaffel herunter, sondern geite das Segel mit Hilfe von Geitauen auf.

Die Länge des Schiffes, das nun gebaut ist, beträgt etwa 23 Meter. Ein besonderes Detail ist, daß das beim Bau verwendete Holz aus dänischen Eichenwäldern stammt, die von der VOC (Vereinigten Ostindischen Companie, einer Schiffahrt- Handelsgesellschaft aus dem 17. Jahrhundert) mit Eicheln aus den Niederlanden angepflanzt worden waren.

Credits Inmedia | © Stichting Statenjacht Utrecht